Die Idee

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Im August 2015 starte ich meine erste große Reise. Von Köln nach Kapstadt mit dem Fahrrad, so ist der Plan. Je nach Route ca. 18.000 bis 20.000 Kilometer. Ungefähr ein Jahr werde ich dafür brauchen.

„Wie kommt man denn auf so eine Idee?“ Das ist die Frage, die die Meisten als erstes stellen. Naja, ich würde sagen: Verborgene Sehnsüchte, Neugier auf Unbekanntes, Abenteuerlust, teilweise sicher auch eine gewisse diffuse Unzufriedenheit mit der eigenen Situation – das sind so die Grundzutaten für das würzige Süppchen Weltreise. Jetzt braucht man nur etwas, das die Sache auch ordentlich zum Kochen bringt. Der überspringende Funke, die Initialzündung. Bei mir war das die Geschichte eines Bekannten, der von Berlin aus seine Heimreise nach Hong Kong kurz entschlossen mit dem Fahrrad antrat. Nach kurzer anfänglicher Verwunderung darüber, mit welch einem durchgeknallten Typen man es da wohl wieder zu tun hätte, fand ich diese Story einfach nur unglaublich geil. Was für ein Freiheitsgefühl das sein muss!

2014 auf Tour Richtung Italien
2014 auf Tour Richtung Italien

Seit einigen Jahren unternehme ich regelmäßig im Sommer kürzere zwei- bis dreiwöchige Radreisen und habe das für mich als eine Art zu Reisen entdeckt, die mich komplett begeistert. Du hast alles dabei was du brauchst – und da merkt man mal wie wenig das eigentlich ist: Fortbewegungsmittel mit eigener Muskelkraft, das Zelt als Unterkunft, ein bisschen Verpflegung, ein paar Klamotten. Und los geht’s. Wohin du willst.

Und ich will halt mal nach Afrika. Da war ich noch nie und finde diesen Kontinent irgendwie einfach wahnsinnig faszinierend, auch wenn ich natürlich bisher eigentlich kaum etwas darüber weiß. Die üblichen Klischees – Wildlife, tolle Natur, entschleunigtes Leben, trotz Armut extrem gastfreundliche Menschen, etc. etc. – all das hat natürlich gewiss seinen Reiz. Aber ich will auch mehr erfahren. Ich will meine Vorurteile abbauen, will wissen wie die Menschen dort leben, was sie beschäftigt, welche Probleme sie haben. Und ich möchte einfach mal einen anderen Lebensstil kennen lernen, abseits von Konsum und Verschwendung. Mit dem Nötigsten auskommen. Improvisieren müssen. Körperliche Anstrengung gegen das vor-dem-Bildschirm-hocken tauschen. Jaaa okay, und natürlich will ich auch Giraffen und Elefanten gucken!

 In den schweizer Alpen
In den schweizer Alpen

Das ganze wird eine absolute Low-Budget-Reise. Natürlich habe ich ein bisschen was gespart, ganz ohne Geld geht es nicht. Aber ich werde mich im Vergleich zu meinem jetzigen Standard schon sehr einschränken. Das ist aber Teil des Plans. Die meiste Zeit werde ich wild zelten, gewaschen wird in Flüssen und Seen. Camping-Plätze mit heißer Dusche werde ich maximal ein- bis zweimal die Woche ansteuern können. Das Geld, was ich habe, brauche ich für Verpflegung, Visa, Rückflug. In Afrika wird es natürlich günstiger werden. Alles in allem werde ich sicher einige Zeit brauchen um mich daran zu gewöhnen, aber letzten Endes bin ich fest davon überzeugt, dass es sich dann einfach nur unglaublich gut anfühlen wird, den ganzen unnötigen Ballast endlich abgeworfen zu haben.

Auf einer solchen Reise kommen ganz sicher zahlreiche Herausforderungen auf einen zu, und ich bin mir ebenfalls sicher, dass diese Herausforderungen komplett anders sind als die, mit denen man hier in unserem Alltag konfrontiert ist. Viel ursprünglicher, existenzieller. Auf die Momente, in denen diese Herausforderungen gemeistert sein werden freue ich mich ganz besonders.

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In August 2015 I will start my first big journey. From Cologne to Capetown, that’s the plan. It will be like 18.000 to 20.000 kilometres, depending on the actual route. So I’ll be on the road for about one year.

„How did you come to this idea?“ is the question I frequently get asked. Well, I would say: concealed longings, curiosity for the unkown, thirst for adventure, partially also a certain discontent with the current situation – these are the basic ingredients for the soup named „world trip“. Now all you need is something to get it boiling! Something electrifying, the initial spark! For me, this spark was the story of a friend, who went from Berlin back home to Hong Kong – by bike. After briefly wondering what kind of crazy guy he might be, I was absolutely enthusiastic about that story. What a great vibe of freedom!

In the past few years I did several shorter bike trips for 2 – 3 weeks in my holidays and I discovered this to be the kind of traveling which fits perfect for me. You carry everything you need – and you will realize that this is really not much: Your bike, powerd by your muscles only, a tent as your shelter, a little food, some clothes. Here we go. Wherever you want.

And I want to go to Africa. I have never been there and I find this continent to be extremely fascinating. We all know the common strereotypes: wildlife, beautiful and rich nature, an unhurried way of life (hakuna matata!), very hospitable people, and so on… Of course all this seems to be attractive. But I also want to know more. I want to learn how people live, how their daily routines look like, what kind of problems and pleasures they have. And I like to try out a different way of life, apart from consumption and waste. To get along with only the most necessary belongings. The need to improvise. To trade off sitting in front of a screen for physical effort. Okay, you got me, and of course I wanna see giraffes and elephants!

The whole journey will be absolutely low budget. I do have some savings, you always will need a little money. But compared to my current standard I will have to limit my needs majorly. Most of the time I will have to camp wild. The money I have will be spent for food and visa. It will take some time to adapt, but I believe it will feel great to leave behind all the burden.

For shure there will be many challenges on a journey like this, and I’m shure as well that these challenges will be completely different from those waiting for us here in our daily routine. More primal, more existential. I’m looking forward to the moments, when these challenges will be met.

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Ein Kommentar zu “Die Idee

  1. Hallo, via wuestenschiff.de eher über Deinen Reisebericht gestolpert haben mich die ersten Zeilen gleich begeistert! Gute Schreibe. Schade daß man unterwegs – egal ob hier oder in der weiten Ferne – nicht mehr Leute dieser Art trifft!
    Gruß v. Burkhart

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